Damit es hier nicht langweilig wird, berichte ich ab sofort über mein neues Familienprojekt. Ein 400 qm großer Garten, der seit ein paar Jahren vor sich hin dümpelt und jetzt gemeinsam mit der Familie komplett neu gestaltet werden soll. Da das Geld ja leider endlich ist, versuchen wir alles so gut es geht in Eigenleistung zu gestalten und ohne zu wissen, was am Ende genau dabei rauskommt. Wer also gerne bei sowas zuschaut, ist hier richtig.
Ein Garten mit Geschichte
Mein Urgroßvater hat den Garten vor rund 100 Jahren angelegt. Mein Opa hat ihn sein Leben lang gepflegt und gehegt, mit allem was dazugehört: Teich, Bäume, Hecken, Beete. Nach dem Tod meines Opas vor ein paar Jahren hat sich das geändert. Der Garten wurde nicht aufgegeben, aber aus Mangel an Interesse auf das Minimum beschränk. Rasen mähen, damit es nicht komplett verwildert, und ansonsten laufen lassen.
Das Ergebnis der letzten Jahre sieht man auf den Fotos. Die Aufnahmen entstanden nach den ersten paar Stunden Arbeit in diesem Jahr, also war der ursprüngliche Zustand noch etwas ernüchternder.
Was uns erwartet
Es gibt einiges zutun, bevor man sich an die Gestaltung des Gartens wagen kann. Die wichtigsten Punkte, die mir auf Anhieb einfallen sind:
Die Kirschlorbeerhecke wurde einmal ordentlich gepflanzt und sollte als Sichtschutz dienen. Inzwischen hat sie sich in der Zwischenzeit selbst überlassen und ist weit über ihre ursprüngliche Bestimmung hinausgewachsen. Sie ist viel zu hoch und hat Stämme entwickelt, bei denen man eher an einen Baum denkt als an eine Hecke. Im letzten Jahr habe ich bereits einmal Versucht die Hecke von ca. 4-6 Metern zurück auf 2m zu schneiden.Aber komplett retten wird nicht mehr möglich sein. Da die Hecke nicht gepflegt worden ist, ist sie Richtung Licht und Richtung Straße gewachsen. Sie sieht jetzt aus wie ein schöner Vokuhila, vorne Kurz hinten lang.
Die alten Tannen im Garten wurden irgendwann auf etwa zwei Meter gekappt und stehen seitdem als merkwürdige Stumpen herum. Fast alle anderen Bäume mussten gefällt werden, weil sie abgestorben waren. Ihre Stümpfe verteilen sich noch überall im Garten und müssen irgendwann entfernt werden, was je nach Methode Zeit und Geld kostet. Hier sollte aber vlt. Eine Wurzelfräse Abhilfe schaffen.
Efeu und Bambus haben die Situation der letzten Jahre konsequent genutzt und sich großzügig ausgebreitet. Beide müssen komplett weg. Beim Bambus ist das eine eigene Geschichte, weil er im Boden Wurzelausläufer bildet, die sich gerne weit verbreiten. Das wird kein Nachmittagsprojekt.
Was den Rasen angeht: Den erwähne ich der Vollständigkeit halber. Moos und Unkraut, mehr ist da nicht mehr. Eine Neueinsaat oder komplette Erneuerung ist unausweichlich.
Dann ist da noch der ehemalige Teich, der irgendwann entfernt wurde. Die Stelle ist noch sichtbar und muss in die Neuplanung einbezogen werden.
Die Bruchsteinmauer
Zur Straßenseite hin steht eine Bruchsteinmauer, die mein Urgroßvater gebaut und mein Opa im Laufe der Zeit weiter ausgebessert haben. Sie ist eines der markantesten Elemente des Grundstücks und soll auf jeden Fall erhalten bleiben. An einigen Stellen ist sie allerdings schon deutlich in Mitleidenschaft gezogen (auch wegen des angesprochenen Efeus, ja ich hasse unkontrolliert wachsenden Efeu) und braucht dringend Aufmerksamkeit. Das ist ein eigenes Kapitel, dem ich hier auf dem Blog einen eigenen Beitrag widmen werde. Mein Großvater hat mir als Kind einiges gezeigt, wie man eine Mauer pflegt, vlt. Erinnere ich mich ja nach über 30 Jahren noch daran.
Was gerade passiert
Der Container steht bereits. Die nächsten zwei Wochen sind für das große Aufräumen reserviert: altes Laub, Äste, jahrelang angesammelter Grünabfall. Ziel ist erst mal, einen klaren Blick zu bekommen und zu sehen, womit wir es wirklich zu tun haben. Vieles sieht von außen schlimmer aus als es ist. Und manches ist tatsächlich so schlimm wie es aussieht.
Im nächsten Schritt nehme ich mir die gefällten Baumstämme vor und mache sie kleiner. Das Holz werde ich kostenlos auf Kleinanzeigen anbieten. Wer Feuerholz braucht und es sich selbst abholen möchte, ist herzlich eingeladen. So verschwindet es ohne zusätzliche Kosten und jemand anderes hat etwas davon.
Der Plan und die offenen Fragen
Einen groben Fahrplan für die Neugestaltung gibt es. Eine belastbare Kostenkalkulation noch nicht. Das Budget ist begrenzt und wir werden fast alles selbst machen müssen. Deshalb wird ein guter Teil dieser Dokumentation auch darum gehen, was einzelne Maßnahmen realistisch kosten, welche Arbeiten sich wirklich in Eigenleistung umsetzen lassen und wo man besser die Finger davon lässt.
Ich werde vor jeder größeren Maßnahme recherchieren, Preise vergleichen und das Ergebnis hier teilen. Wer sich also schon länger fragt, was so ein Gartenprojekt kostet und nicht im Hochglanzprospekt, ist hier richtig.
Die nächsten Beiträge zeigen Schritt für Schritt, was aus diesem Garten wird. Angefangen mit dem Aufräumen, über den Rückschnitt der Hecke, die Baumstumpfentfernung bis hin zur eigentlichen Neugestaltung. Es wird eine Weile dauern. Aber es fängt heute an.




