Pilze und Schwämme gehören zu den gefährlichsten stillen Schäden, die ein Altbau erleiden kann. Sie arbeiten im Verborgenen, fressen sich durch Holzkonstruktionen und können, wenn sie zu spät entdeckt werden, tragende Bauteile bis zur Unbrauchbarkeit zerstören. Gleichzeitig stellen manche Arten erhebliche Gesundheitsrisiken für die Bewohner dar.
In diesem Beitrag erkläre ich dir, welche Arten im Altbau besonders häufig vorkommen, wie du einen Befall erkennst und was du tun kannst, um dein Gebäude zu schützen.
Warum Altbauten besonders anfällig sind
Pilze und Schwämme brauchen drei Dinge: Feuchtigkeit, organisches Material und ein Mindestmaß an Wärme. Im Altbau finden sie all das oft in Kombination. Alte Holzbalkendecken, unzureichend belüftete Keller, undichte Rohre oder jahrzehntealte Abdichtungen, die ihren Dienst längst aufgegeben haben – das sind ideale Lebensbedingungen für Holzzerstörer.
Dazu kommt, dass viele Schäden lange unentdeckt bleiben. Der Befall beginnt dort, wo du selten hinschaust: hinter Verkleidungen, in Hohlräumen, unter Böden, im Dachstuhl. Wenn du ihn bemerkst, ist er oft schon weit fortgeschritten.
Die häufigsten Pilz- und Schwammarten im Altbau
Echter Hausschwamm
Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist der gefährlichste Holzzerstörer, dem du in einem Altbau begegnen kannst. Er befällt bevorzugt feuchtes Holz in wenig belüfteten Bereichen – Keller, Dachboden, Wandhohlräume. Was ihn so bedrohlich macht: Er kann durch Mauerwerk wachsen und so Feuchtigkeit aus einem feuchten Bereich in einen trockenen transportieren. Damit befällt er auch Holz, das eigentlich trocken genug wäre, um sicher zu sein.
Erkennungszeichen sind weiße bis gelbliche Pilzmyzelien, die sich flächig ausbreiten, rostbraune Sporenstaub und ein charakteristischer, muffiger Geruch. Befallenes Holz zeigt eine würfelförmige Braunfäule – es zerfällt in kleine, charakteristische Stücke.
Wenn du den Verdacht hast, dass Echter Hausschwamm im Spiel ist, solltest du sofort einen spezialisierten Holzschutzfachbetrieb einschalten. Das ist kein Fall für Eigenregie.
Brauner Kellerschwamm
Der Braune Kellerschwamm (Coniophora puteana) tritt vor allem in Kellern und feuchten Erdgeschossbereichen auf. Er verursacht ebenfalls eine Braunfäule und kann Holz erheblich schwächen. Im Vergleich zum Echten Hausschwamm ist er weniger aggressiv, aber trotzdem ernstzunehmen.
Typisch für den Braunen Kellerschwamm sind dunkelbraune bis schwarze Myzelfäden auf der Holzoberfläche. Das befallene Holz wirkt weich und zerfällt beim Drücken leicht. Er tritt fast immer in Verbindung mit dauerhafter Holzfeuchte auf – wenn du die Feuchtigkeitsquelle beseitigst, verlierst du auch den Schwamm seine Lebensgrundlage.
Weißer Porenschwamm
Der Weiße Porenschwamm (Fibroporia vaillantii) zeigt sich durch weiße, filzartige Pilzstrukturen auf Holzoberflächen. Er verursacht wie der Braune Kellerschwamm eine Braunfäule und tritt vor allem in feuchten Kellern und Kriechkellern auf. Seine Ausbreitung ist meist langsamer als beim Echten Hausschwamm, aber er kann dennoch beachtliche Schäden anrichten.
Schwarzer Schimmel
Schwarzer Schimmel (Stachybotrys chartarum) ist kein Holzzerstörer im eigentlichen Sinne, aber eine erhebliche Gesundheitsgefahr. Er tritt auf feuchten, zellulosehaltigen Materialien auf – Tapeten, Gipskartonplatten, Putz. Seine schwarzen bis dunkelgrünen Flecken sind charakteristisch. Bei längerem Aufenthalt in stark befallenem Raumklima kann er Atemwegserkrankungen und allergische Reaktionen auslösen.
Schwarzer Schimmel ist ein klares Zeichen für ein Feuchtigkeits- oder Lüftungsproblem, das du dringend angehen solltest.
Woran du einen Pilzbefall erkennst
Nicht jeder Befall ist sofort sichtbar. Aber es gibt Zeichen, auf die du achten solltest – besonders wenn du ein älteres Gebäude regelmäßig inspizierst.
Ein muffiger oder modrig-süßlicher Geruch, für den es keine offensichtliche Erklärung gibt, ist häufig das erste Warnsignal. Verfärbungen an Holz – braun, schwarz, weiß oder grünlich – sind ein weiteres. Wenn Holz beim Drücken nachgibt, bereits weich oder brüchig wirkt, ist der Befall oft schon fortgeschritten. Sichtbare Myzelien oder Fruchtkörper sind ein eindeutiger Befund.
Schau besonders genau hin: unter Böden, hinter Wandverkleidungen, an Balkenauflagern, in Kriechkellern und in schlecht belüfteten Dachbereichen. Das sind die klassischen Verstecke.
Prävention – wie du Pilzbefall im Altbau vorbeugst
Feuchtigkeit fernhalten
Der wichtigste Schutz gegen Pilze und Schwämme ist das Fernhalten von Feuchtigkeit. Prüfe regelmäßig alle wasserführenden Leitungen, Dachanschlüsse, Fensterabdichtungen und Kellerabdichtungen. Auch eindringendes Spritzwasser an der Fassade kann langfristig ein Problem werden, besonders wenn die Fassade nicht mehr ausreichend schützt.
Für ausreichende Belüftung sorgen
Stehende Luft in schlecht belüfteten Bereichen fördert die Feuchteentwicklung. Keller, Kriechkeller und Dachboden sollten ausreichend belüftet sein. Wenn du in deinem Altbau Bereiche hast, die kaum Luftwechsel haben, ist das ein Risikofaktor, dem du aktiv entgegenwirken solltest.
Holzschutz bei Renovierungen einplanen
Wenn du im Zuge einer Sanierung Holzteile erneuerst oder ergänzt, solltest du auf vorbeugenden Holzschutz achten. Bauholz mit entsprechender Imprägnierung, ausreichende konstruktive Durchlüftung von Holzkonstruktionen und der Einbau von Dampfsperren an den richtigen Stellen sind einfache Maßnahmen mit großer Wirkung.
Was tun, wenn der Befall bereits da ist?
Kleinere Schimmelstellen an Oberflächen kannst du unter Umständen selbst behandeln – mit speziellen Schimmelentfernern und einer anschließenden Ursachenbeseitigung. Aber Vorsicht: Das ist nur eine Oberflächenlösung, wenn die Ursache nicht behoben wird.
Bei einem Befall durch Hausschwamm oder bei größeren Schimmelflächen von mehr als einem halben Quadratmeter solltest du einen spezialisierten Fachbetrieb beauftragen. Holzschutzsanierer können den Befall fachgerecht eindämmen, befallene Teile entfernen oder behandeln und die Ursache dauerhaft beseitigen. Das ist kein Fall für ein schnelles Heimwerkerprojekt.
Mein Fazit
Pilzbefall im Altbau ist ein ernstes Thema, das du nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest. Wer regelmäßig inspiziert, Feuchtigkeit im Griff hat und bei Verdacht schnell handelt, kann großen Schaden abwenden. Je früher du einen Befall erkennst, desto kleiner der Eingriff – und desto geringer die Kosten.